Ratgeber Heizung

Heizung sanieren: So finden Sie die passende neue Heizung

Ihre Öl- oder Gasheizung kommt in die Jahre, oder sie ist bereits ausgestiegen? Dann stellt sich die Frage, womit Sie künftig heizen. Im Kanton Zürich ist die Antwort heute fast immer eine Wärmepumpe: Über 98 Prozent der ersetzten fossilen Heizungen wurden laut Medienmitteilung des Kantons Zürich vom Mai 2024 durch klimafreundliche Systeme ersetzt. Welche Wärmepumpe zu Ihrem Haus passt, wann eine Holz- oder Pelletheizung sinnvoll ist und was Sie bei Vorschriften und Förderung beachten müssen, erfahren Sie hier.

Geschrieben von Nicolas Baldegger, Bereichsleiter Heizung/Feuerung · Zuletzt geprüft: Oktober 2026

Angaben zu Vorschriften und Förderung: Stand 2026, ohne Gewähr. Massgebend sind die Auskünfte von Gemeinde und Kanton.
Neue Wärmepumpe mit Warmwasserspeicher im Keller eines Einfamilienhauses, Heizung sanieren

Kurz gesagt

Im Kanton Zürich wird eine alte Öl- oder Gasheizung heute fast immer durch eine Wärmepumpe ersetzt. Welche Wärmepumpe zu Ihrem Haus passt, klären wir bei einer Besichtigung. Eine erste Kostenschätzung gibt der Heizungsrechner, Förderbeiträge klären wir pro Projekt.

Welche Heizsysteme gibt es?

Unser Schwerpunkt liegt klar auf Wärmepumpen. Daneben planen und installieren wir auch Holz- und Pelletheizungen.

SystemGeeignet fürVorteileZu beachten
Luft/Wasser-Wärmepumpe, aussen aufgestelltHäuser mit wenig Platz im KellerBraucht keinen Platz im Haus, Farbe an Fassade anpassbar, teilweise Kühlung im Sommer möglichIm Aussenbereich sichtbar, Lärmschutz muss nachgewiesen werden
Luft/Wasser-Wärmepumpe, innen aufgestelltHäuser mit Platz im Keller oder AbstellraumVon aussen unsichtbar, teilweise Kühlung im Sommer möglichBraucht Platz im Haus, ideal in einer Raumecke, damit keine Luft im Kreis strömt
Erdsonden-WärmepumpeGrundstücke, auf denen Bohrungen erlaubt sindSehr effizient, von aussen unsichtbar, passt oft in den ehemaligen TankraumBohrung braucht eine Bewilligung, der Untergrund muss geeignet sein
Holz- oder PelletheizungGebäude, in denen eine Wärmepumpe schwierig istErneuerbar, hohe Vorlauftemperaturen möglichBraucht Platz für Lagerraum, regelmässige Wartung und Ascheentsorgung

Für Mehrfamilienhäuser gilt: Auch grössere Leistungen lassen sich heute problemlos mit Wärmepumpen abdecken, bei Bedarf mit mehreren Geräten oder einer Kombination von Systemen.

Heizzentrale mit Wärmepumpe und Speicher in einem Mehrfamilienhaus

Wie funktioniert eine Wärmepumpe?

Eine Wärmepumpe holt Wärme aus der Umgebung, aus der Aussenluft oder aus dem Erdreich, und bringt sie auf die Temperatur, die Ihre Heizung braucht. Das Prinzip ist dasselbe wie beim Kühlschrank, nur umgekehrt:

  1. Wärme aufnehmen
    Die Wärmepumpe nimmt Wärme aus der Luft oder aus dem Erdreich auf.
  2. Verdampfen
    Ein Kältemittel verdampft dabei schon bei tiefen Temperaturen.
  3. Verdichten
    Ein Kompressor verdichtet das Gas, dabei steigt die Temperatur stark an.
  4. Wärme abgeben
    Diese Wärme wird an das Heizungswasser abgegeben.
  5. Kreislauf
    Das Kältemittel kühlt ab, und der Kreislauf beginnt von vorn.

Der Grossteil der Heizwärme stammt so aus der Umwelt, nur der kleinere Teil ist Strom für den Antrieb. Eine Erdsonde arbeitet dabei besonders effizient, weil die Temperatur im Untergrund das ganze Jahr fast gleich bleibt. Eine Luft/Wasser-Wärmepumpe muss im Winter mit kälterer Luft auskommen, ist dafür aber einfacher und schneller eingebaut.

Luft oder Erdsonde: Was passt zu Ihrem Haus?

SystemPasst, wenn …
Erdsondeauf Ihrem Grundstück gebohrt werden darf und Sie eine langfristig besonders effiziente Lösung wollen. Ob Bohrungen erlaubt sind, zeigt der Wärmenutzungsatlas des Kantons Zürich.
Luft/Wasser aussenim Keller wenig Platz ist und sich draussen ein geeigneter Standort mit genügend Abstand zu Nachbarn findet.
Luft/Wasser innenSie das Gerät im Aussenbereich nicht sehen möchten und im Keller Platz vorhanden ist. Ein Aussengerät ist allerdings günstiger.
Holz oder Pelletseine Wärmepumpe technisch schwierig ist, zum Beispiel bei sehr hohem Wärmebedarf in einem Altbau, oder wenn Sie bewusst mit Holz heizen möchten.

Welche Lösung am besten passt, hängt von Gebäude, Leistungsbedarf und Einbausituation ab. Genau das klären wir bei einer Besichtigung vor Ort.

Welche Marken wir einsetzen

Wir sind an kein einzelnes Fabrikat gebunden. Je nach Gebäude, Leistungsbedarf und Einbausituation wählen wir das passende Gerät aus.

BereichMarken
Wärmepumpenhauptsächlich Buderus/Bosch, Meier Tobler, NIBE, Alpha Innotec und Hoval
Holz- und Pelletheizungenunter anderem Hoval, Heim AG sowie Lösungen aus dem Sortiment von Meier Tobler

Was gilt beim Heizungsersatz im Kanton Zürich?

Seit dem 1. September 2022 gilt im Kanton Zürich das revidierte Energiegesetz. Die wichtigsten Punkte:

ThemaRegel
Erneuerbar ist die RegelWird eine Heizung in einem bestehenden Gebäude ersetzt, muss die neue Heizung erneuerbar sein, wenn dies technisch möglich ist und die Kosten über die ganze Lebensdauer höchstens 5 Prozent höher sind als bei einer fossilen Lösung.
Als erneuerbar geltenunter anderem Wärmepumpen, Holzheizungen, thermische Solaranlagen und der Anschluss an ein Wärmenetz.
Öl und Gas nur noch als AusnahmeIst eine erneuerbare Lösung technisch nicht möglich oder über die Lebensdauer mehr als 5 Prozent teurer, darf wieder fossil geheizt werden. Dann müssen aber zusätzlich 10 Prozent des Energiebedarfs eingespart oder erneuerbar gedeckt werden. Deshalb spielen Öl- und Gasheizungen beim Heizungsersatz heute nur noch eine sehr untergeordnete Rolle.
ElektroheizungenElektrische Widerstandsheizungen wie Speicheröfen müssen bis 2030 ersetzt werden, mit wenigen Ausnahmen.

Im Kanton Schaffhausen gelten eigene Vorschriften. Wir klären das für Ihren Wohnort ab.

Rechtsberatung im Einzelfall ersetzt diese Übersicht nicht. Verbindliche Auskunft gibt Ihr Gemeindebauamt oder die Energiefachstelle des Kantons Zürich.

Braucht eine neue Heizung eine Bewilligung?

Ja, ein Heizungsersatz muss immer bei der Gemeinde eingereicht werden. Die Eingaben für die Bewilligungen übernehmen wir für Sie. Der Aufwand ist je nach System unterschiedlich:

  • Innen aufgestellte Luft/Wasser-Wärmepumpen und kleinere, aussen aufgestellte Geräte können in vielen Fällen im vereinfachten Meldeverfahren realisiert werden.
  • Für aussen aufgestellte Wärmepumpen braucht es immer einen Lärmschutznachweis. In Kernzonen und bei geschützten Ortsbildern ist eine ordentliche Bewilligung nötig.
  • Erdsonden brauchen zusätzlich immer eine gewässerschutzrechtliche Bewilligung des Kantons.

Wir organisieren die nötigen Unterlagen und begleiten Sie bis zur Abnahme.

Was kostet eine neue Heizung?

Heizungsrechner
Individuelle erste Kosteneinschätzung

Förderbeiträge

Wer eine fossile Heizung durch eine Wärmepumpe ersetzt, kann oft mit Förderbeiträgen rechnen. Die Abklärung und das Gesuch übernehmen wir für Sie. Die Möglichkeiten unterscheiden sich allerdings stark:

  • je nach Kanton, Gemeinde und Standort
  • je nach bestehender Heizung, die ersetzt wird
  • je nach neu gewähltem Heizsystem

Zudem ändern sich die Programme und Beiträge immer wieder. Deshalb klären wir die aktuell möglichen Förderbeiträge direkt für Ihre Liegenschaft und das vorgesehene Heizsystem ab, sobald Ihr Projekt konkret wird.

Wer sich vorab einen Überblick verschaffen möchte, findet auf energiefranken.ch die Förderprogramme für die eigene Postleitzahl. Wichtig: Viele Förderbeiträge müssen vor Baubeginn beantragt werden.

So läuft ein Heizungsersatz bei uns ab

  1. Erstgespräch und Besichtigung
    Wir schauen uns Ihre bestehende Heizung, das Gebäude und mögliche Standorte an.
  2. Beratung und Systemwahl
    Wir zeigen Ihnen, welche Systeme bei Ihnen möglich sind, mit Vor- und Nachteilen.
  3. Offerte und Förderung
    Sie erhalten eine konkrete Offerte, und wir klären die möglichen Förderbeiträge ab.
  4. Bewilligung
    Wir bereiten die Unterlagen für Meldung oder Bewilligung vor.
  5. Rückbau und Einbau
    Wir organisieren alle notwendigen Handwerker und informieren Sie vorab über die einzelnen Arbeitsschritte.
  6. Inbetriebnahme und Übergabe
    Wir nehmen die Anlage in Betrieb, stellen sie ein und erklären Ihnen die Bedienung.
  7. Wartung und Service
    Auch nach dem Einbau sind wir für Unterhalt und Reparaturen für Sie da. Auf Wunsch begleiten wir Sie mit einem Wartungsvertrag über die ganze Lebensdauer.

Wartung und Pikett: seit fast 30 Jahren

Wir bieten Wartungsverträge und einen Pikettdienst an, und das seit fast 30 Jahren. Damit begleiten wir Sie nicht nur beim Heizungsersatz, sondern auch langfristig beim Betrieb und Unterhalt Ihrer Anlage. Eine regelmässig gewartete Heizung arbeitet effizienter, hält länger und fällt seltener aus.

Aus unserer Praxis

Wer eine Ölheizung ersetzt, gewinnt oft viel Platz im Keller. Gerade bei einer aussen aufgestellten Wärmepumpe wird mit dem Entfernen des Öltanks ein ganzer Kellerraum frei. So hat man nicht nur eine sparsamere Heizung, sondern auch mehr Platz.

Häufige Fragen zum Heizungsersatz

Muss ich meine Ölheizung ersetzen?

Aktuell nein. Eine funktionierende Öl- oder Gasheizung darf weiter betrieben werden. Erst wenn Sie die Heizung ersetzen, muss die neue Heizung im Kanton Zürich in der Regel erneuerbar sein.

Welche Heizung ist die beste für ein Einfamilienhaus?

Die eine beste Heizung gibt es nicht. Für die meisten Ein- und Mehrfamilienhäuser ist heute eine Wärmepumpe die passende Lösung. Ob Luft/Wasser (innen oder aussen aufgestellt) oder Erdsonde besser passt, hängt vom Grundstück, vom Platz im Haus und vom Wärmebedarf ab. Ist eine Wärmepumpe technisch schwierig, kann eine Holz- oder Pelletheizung die bessere Wahl sein. Wir schauen uns Ihr Haus vor Ort an und empfehlen Ihnen das passende System und Fabrikat.

Funktioniert eine Wärmepumpe auch im Altbau?

Ja, in vielen Fällen. Entscheidend sind der Wärmebedarf und die nötige Vorlauftemperatur. Wir prüfen vor Ort, ob Heizkörper oder Dämmung angepasst werden sollten.

Eignet sich eine Wärmepumpe für ein Mehrfamilienhaus?

Ja. Auch grössere Leistungen lassen sich heute problemlos mit Wärmepumpen abdecken.

Darf ich auf meinem Grundstück eine Erdsonde bohren?

Das zeigt der Wärmenutzungsatlas des Kantons Zürich. Eine Bewilligung des Kantons braucht es in jedem Fall. Wir klären das für Sie ab.

Ist eine Wärmepumpe laut?

Moderne Geräte sind leise. Für aussen aufgestellte Wärmepumpen muss trotzdem immer nachgewiesen werden, dass die Lärmgrenzwerte eingehalten werden. Innen aufgestellte Geräte sind von aussen kaum hörbar.

Kann eine Wärmepumpe auch kühlen?

Teilweise. Ob eine Wärmepumpe kühlen kann, hängt vom Gerät und vom Heizsystem ab: Mit einer Bodenheizung ist Kühlen möglich, mit Heizkörpern nicht.

Was kostet eine neue Heizung?

Das hängt stark von Liegenschaft und System ab. Eine erste Einschätzung erhalten Sie mit unserem Heizungsrechner, die genaue Offerte nach der Besichtigung vor Ort.

Gibt es Förderbeiträge?

Oft ja, besonders beim Ersatz einer Öl- oder Gasheizung durch eine Wärmepumpe. Wir klären die aktuellen Beiträge für Ihre Liegenschaft ab.

Ihre neue Heizung von Zeindler Haustechnik

Beratung
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